Welpe beisst in Hände… wie stelle ich das ab?

Welpe beisst

Jeder, der schon mal einen Welpen aufgezogen hat, kennt das Problem: der Welpe beisst in Hände, der Welpe beißt in Hosenbeine, er schlägt seine kleinen spitzen Zähnchen in nahezu alles, was er erreichen kann. Dem Welpen ist es auch egal, ob Du dabei “Aua” quietschst, es macht ihn vielleicht sogar noch wilder… besonders Terrier Welpen können in ihrem Trainingsspiel “Du bist die Wildsau, ich bin der Terrier” richtig in Rage geraten, und selbst wenn man dann versucht sich zu verteidigen, hört der Kleine nicht auf…

was hat es denn nun auf sich mit der sogenannten Beißhemmung?! Von Geburt an weiß ein Welpe nichts davon, er bekommt es von seinen Geschwistern und den erwachsenen Tieren seines Rudels beigebracht. Gut, wir haben aber nur diesen einen Welpen, wer muß ihm die Beißhemmung dann wohl beibringen? Richtig: DU!

Welpe beisst in Hände, wie kann ich das abstellen?

Die Welpen eines Wurfes erziehen einander. Sofern ein Welpe beim Spiel zu fest zupackt, quietscht der Spielpartner laut und greift danach selbst massiv an. Die Gegenwehr erlernen die Welpen allgemein schon vor der 4. Lebenswoche in der Wurfkiste. Im weiteren Verlauf des Zusammenlebens haben die Welpen bereits gelernt, das derbe Spiel bei Schmerzlauten abzubrechen, bevor sie mit einer Gegenwehr rechnen müssen.

Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis und sollte Dir zu denken geben! Denn das bedeutet ganz einfach, sie hören nicht auf mit Beissen, weil der andere quietscht, sondern weil sie gelernt haben, dass es nach dem Quietschen für sie unangenehm wird!

Wenn Du also Deinen Welpen mit 8 Wochen bekommst, dann hat er schon gelernt, dass es ihm selbst AUA machen wird, wenn er seine Geschwister zu fest beißt, weil die dann nämlich mal kurzfristig zu Furien werden!

So, und jetzt ist er bei Dir zu Hause, und als guter Welpenbesitzer hast Du auch versucht, im Internet Informationen über die Beißhemmung zu finden und wie man sich verhält beim Thema “Welpe beisst in Hände”, aber weil wir halt keine Hunde sind, sondern den kleinen süßen Welpen sehen und einfach nur überfordert sind, wenn der Kleine seine Zähnchen in die Finger tackert, hilft auch das ganze “verschränke die Arme”, “setz Dich auf Deine Hände” oder “gib ihm eine Auszeit im anderen Zimmer” überhaupt nicht!  Für mich wäre es auch der falsche Ansatz, weil es unter Hunden komplett anders gelaufen wäre! Der Kleine hat mich einfach nicht zu beissen! Nur weil Du (hoffentlich) intelligenter und vernunftbegabter bist als Dein Hund, kannst Du mit Erklären oder Diskutieren beim Welpen nicht viel erreichen, ein Hund lernt nach Versuch und Irrtum!

Keine Angst, Du mußt dem Welpen nicht weh tun, damit er es lernt, aber Du mußt unmißverständlich klar machen, dass er das nicht darf!

Ich erkläre gleich noch, wie ich das mache, aber zuvor möchte ich Dir zusammenfassen , wie Du das Ausflippen des Welpen weitestgehend verhindern kannst, sozusagen “Deeskalationsmanagement” 😉

5 Tipps gegen das lästige “Welpe beisst in Hände!”

  • 1

    Hände weg!

    Lasse ihn nicht mit Deinen Fingern oder Zehen scherzen, spiele lieber mit einem Gegenstand wie z. B. Gummiball oder Spieltau, da darf er rein beißen!

  • 2

    keine Fingerspiele!

    Fuchtel auch nicht mit den Händen vor seinem Maul rum er hat keine Hände zum Greifen, er wird seine Zähne nutzen, um die Finger zu fangen!

  • 3

    Lieber Streichen statt Tätscheln!

    Wenn Du ihn streichelst , dann eher mit festen massierenden Bewegungen am Körper, vermeide kurze, hektische Berührungen, auch diese bringen den Welpen dazu, nach der Störung zu schnappen.

  • 4

    Kinder können grausam sein!

    Denke daran, daß Kinder gerne Opfer des Welpen werden, sie kreischen laut auf und versuchen vor dem Hund weg zu rennen und das animiert zusätzlich noch den "Jagdinstinkt", schnell ist dann in der Hose ein Triangel drin! Als Erwachsener darfst Du den Welpen NIE mit Kindern allein lassen, denn nicht nur könnte der Welpe den Kindern weh tun, sondern umgekehrt auch! Kinder heben den Welpen vielleicht auch mal unsachgemäß hoch oder lassen ihn fallen, pieken in die Augen oder ärgern den Welpen, Kinder können grausam sein!

  • 5

    Quietschies rächen sich!

    KEINE Quietschspielzeuge!! Diese Dinger geben beim Zubeißen des Hundes Laute von sich wie ein sterbender Kleinsäuger und animieren zusätzlich zum Draufbeißen!

 

Der Welpe beisst…

welpe beisst2

Wenn es dennoch mal passieren sollte, dass der Welpe beisst, dann mache ich folgendes:

Ich spiele Theater! Ich tue so, als würde ich nach dem Welpen schnappen (richtig, mit

dem Mund 😉 ), knurre wie ein alter Wolf und mit meinen Händen packe ich den Welpen kurz aber heftig… das Theater muss aber wirklich echt sein! Vielleicht hilft Dir der Schmerz an Deiner Haut, um kurzfristig sauer zu werden, es muss den Welpen wirklich erschrecken! Das Ergebnis ist dann ein Welpe, der vielleicht vor Schreck sogar kurz aufquietscht und dann still auf dem Rücken liegt, vielleicht kurz mit der Zunge über die Schnauze fährt. Nach der Zurechtweisung erhebe ich mich in Zeitlupentempo und beachte den Welpen nicht mehr für ein paar Minuten. Diese Art und Weise ist die hundgerechteste Korrektur und verfehlt nie ihre Wirkung! Von da an wird bei einem zu heftigen Spiel ein kurzes Steif Machen meinerseits und ein verwarnendes Knurrgeräusch den Welpen zu mehr Vorsicht ermahnen, versprochen!

 

Was Du niemals tun solltest

Niemals wird der Welpe im Nacken geschüttelt, das ist nämlich überhaupt nicht Hundebenehmen!

Niemals wird er geschlagen, das ist nämlich schlechtes Menschenbenehmen!

Du bist zwar kein Hund, sondern ein Mensch, aber da Du Dir den Hund ins Haus geholt hast, bist Du auch für seine artgerechte Erziehung zuständig, Du bist  “Ersatzmutter/-vater”! Das ist eine große Verantwortung! Es betrifft nicht nur die Lektion “Welpe beisst…”, sondern gilt für die gesamte Erziehung des Welpen, es liegt in Deinen Händen, ob aus ihm ein “anständiger”, wohlerzogener Hund wird!

Aber diese Verantwortung muß einen nicht verunsichern, es ist einfach nur wunderbar, einen Welpen beim Heranwachsen zu formen, zu unterstützen, um dann hoffentlich ein langes Hundeleben lang die Früchte einer guten Erziehung zu genießen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei!

Deine Steffi